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Irrtümer des Parteienwesens

Wir »sollen« zusammenarbeiten?

Organisationen sind nach bestimmten Vorstellungen aufgebaut. Das Miteinanderwirken der in ihnen involvierten Personen »soll« nach bestimmten Mustern erfolgen. Es wird eine Theorie entwickelt und die Realität soll sich ihr fügen. Geht das?

Menschen sollen zusammenarbeiten. Dazu werden sie gewählt. In einen Vorstand werden Leute gewählt. Auf die Zusammensetzung des Vorstandes haben die Personen, die zusammenarbeiten »müssen« aber keinen Einfluss. Das Ergebnis einer Vorstandswahl ist Glücksache.

Aber sind das gute Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit?

Und sollte sich nicht besser so eine Zusammenarbeit ergeben, dass Menschen »probieren« zusammenzuarbeiten, zum Beispiel in einem kleinen Projekt, bei einer kleinen Aktion, bei einer Einzel-Kampagne? Nach solchen Erfahrungen kann überlegt werden, ob die gemeinsamen Aktivitäten ausgebaut werden, weil zum Beispiel das »Teamwork« gut funktioniert hat.

Und wäre es nicht besser, uns erst mal umfangreich zu präsentieren (zum Beispiel online), damit andere sich »ein Bild« von uns machen können, ob sie überhaupt Interesse haben, an gemeinsamer Arbeit?

»Jeder kann in eine Partei eintreten.« Wirklich?

Auch die, die schlechte Absichten gegenüber einer Organisation haben, können in diese eintreten? Ist das nicht absurd?

Unter diesen Umständen kann jede Institution zerstört werden. Von innen.

Zusammenarbeit muss sich vertrauensvoll entwickeln. Ob funktionierende Teams vergrößert werden, darf nicht einer seelenlosen Organisationsregel überlassen werden. Dass dürfen allein die in einem Team befindlichen Personen entscheiden.

Nach welchen Regeln, in welchen Formen wir Menschen »am produktivsten« und effizientesten zusammen arbeiten können, sollten wir überprüfen, darüber nachdenken, dies gemeinsam besprechen und entsprechende Wege gehen, statt uns in vorkonzeptionierte Schachteln stecken zu lassen.

Projektbeteiligte

Wenn wir Menschen ein Projekt starten, dann hat vielleicht der eine die Idee, und andere sind damit involviert, diese Idee umzusetzen, zu realisieren. Das Projekt kann sich dann »Firma« nennen, eine Rechtsform haben (GmbH?) und die Beteiligten nennen sich Firmeninhaber, Geschäftsführung, weitere Mitarbeiter.

Nun wird behauptet, dass es »natürlich« sei, wenn die Firmenleitung Gewinn und Profit machen will und die Löhne und Gehälter als Kosten abgerechnet werden. Im Kapitalismus sei der Egoismus eine ganz natürliche Angelegenheit. Man könnte jetzt einfach sagen, das sei dummes Zeug, Firmen sind auch ganz anders gründbar, eine völlig andere Struktur innerhalb des Unternehmens ist möglich. Wenn dazu die Freiheit besteht, warum gibt es dann nicht viel mehr Unternehmen, die so arbeiten?

In der Regel sind Unternehmen hierarchisch aufgebaut, das heißt, der »höher« eingestufte Mitarbeiter ist dem Untergebenen gegenüber weisungsbefugt. Warum ist das so festgelegt, geht es wirklich nicht anders?

Jedes Projekt, wenn es denn nicht einen reinen Selbstzweck hat, ist eine Arbeit für andere. Wie sind »flache Hierarchien« möglich? Es könnte so laufen, dass die Aufgabenverteilung, einmal besprochen, den Einzelnen die Möglichkeit gibt, sich in der Art einzubringen, wie es eben möglich ist. Kündigungsschutz macht da keinen Sinn, denn es muss aus freien Stücken zusammengearbeitet werden. Aber es sollte von Seiten der Unternehmensgründer der Impuls ausgehen, ein dem Menschen gemäßes Arbeiten zu ermöglichen. Was das nun ist, welche Arbeitsbedingungen das meint, sollte fortlaufend von den Mitarbeitern und der Geschäftsleitung gemeinsam definiert und erarbeitet werden. Also eine selbsterstellte interne Interessensvertretung für die Anliegen aller Mitarbeiter (zu denen dann auch die Firmenleitung zu rechnen wäre).

Bausteine einer solchen sinnvollen gemeinsamen Projektarbeit könnten sein, die Anerkenntnis, dass alle Mitarbeiter samt Unternehmensleitung von den Ergebnissen des gemeinsamen Tuns leben. Also Löhne, Gehälter eben keine Kosten sind, sondern anteiliger Gewinn. Und auch das deutlich wird, dass alle Beteiligten gleichermaßen in ihren Anliegen als Menschen innerhalb der Firma Beachtung finden sollen.

Dies habe ich hier nur grob skizziert, wie hilfreiche Interessenvertretung der Mitarbeiter durch Unternehmensleitungen selbst in Gang gebracht werden kann. Betrachtet man nun die heutige Wirtschaft, so ist nicht festzustellen, dass derlei bereits überwiegend umgesetzt sei. Aber genau aus diesem Mangel heraus lässt sich nur das erklären, was heute die Gewerkschaften machen. Ich kann mich nun nicht erinnern, dass mir das Verhalten der Gewerkschaften je sympathisch war. Mir schien der Monatsbeitrag immer zu hoch, die Vertretung vor Gericht nicht ausreichend und die Art, wie diese Organisation für ihr Klientel höhere Löhne den Arbeitgebern abpresst, nämlich das sie der Bevölkerung, die die Züge und Bahnen nutzen möchte oder andere Dienste verwenden will, die Angebote blockiert, hat mir nie gefallen. Für mich roch das immer nach Erpressung.
Und was ich nun auch nicht das erste mal erlebe, auch wenn es sich im europäischen Ausland abspielt, ist eine unangemessene Solidarisierung der Organisation mit Mitgliedern, die sich offensichtlich in ihrer Berufstätigkeit zum Schaden von Personen, die ihnen anvertraut waren, verhalten haben in einer Art und Weise, die selbst für Außenstehende als bedenkenswürdig bezeichnet werden kann.

tagesanzeiger–Justiz-ermittelt-gegen-Lokfuehrer-von-Santiago-wegen-fahrlaessiger-Toetung

tagesanzeiger–Mann-du-gibst-aber-Gas-bremse

Ja, da wäre es natürlich nicht schlecht, wenn die Zusammenarbeit in Projekten von den Beteiligten selbst organisiert würde, statt von außen mit Gewalt die Dinge regeln zu wollen. 😎