Schlagwort-Archive: Schwarzer

Steuerhinterziehung

Es wird interessant sein, zu sehen, wie die Justiz mit dem Fall Uli Hoeneß umgeht und wie die Presse das Thema handhabt.

Die Selbstanzeige ist womöglich erfolgt, nachdem er erfahren hatte, dass gegen ihn ermittelt wird. Über 3 Millionen Euro soll er an Steuern hinterzogen haben. Da es sich um eine »angesehene« Persönlichkeit handelt, wird sich niemand die Finger schmutzig machen wollen und ihn hart anpacken. Und wer es tut, ist schnell der Buhmann in der Öffentlichkeit.

Was ist eigentlich passiert? Fans, Zuschauer zahlen Geld, um die Spieler des Vereins FC Bayern München in Aktion sehen zu können, um an dem Erfolg der Fußballer mit teilhaben zu können, die Mannschaft verdient Geld mit ihren gewonnenen Spielen, alle profitieren und natürlich auch Uli Hoeneß.

Abgemacht ist, dass jeder seinen Anteil an Steuern zahlt. Menschen, die als »abhängig Beschäftigte« arbeiten, kennen das gar nicht anders, weil ihnen in bevormundender Art und Weise einfach ihr Steueranteil von ihrem Bruttolohn abgezogen wird. Das heißt, dem Normalarbeitnehmer wird der Steueranteil weggenommen, während Selbständige aktiv, von sich aus, ihre Steuern zahlen sollen. Dies geschieht, in dem sie ihre Einnahmen dem Finanzamt mitteilen und die Behörde legt fest, wie viel an Steuern von den Selbständigen zu zahlen ist. – Mithin ist das also eine ganz andere Situation als bei den abhängig Beschäftigten.

Dass gerade diejenigen, die sehr viel verdienen, geneigt sind zu meinen, der Batzen Geld gehöre ihnen und das Finanzamt solle lieber die Finger davon lassen, ist schon seltsam. In der Öffentlichkeit wird ständig und seit Jahren darüber geklagt, dass zu wenig Geld vorhanden sei, um alle notwendigen Aufgaben, die der Allgemeinheit zugutekämen, zu erledigen. Nun erfahren wir immer wieder, dass (scheinbar?) ehrenwerte Herrschaften ihre Steuern nicht zahlen. – Was ist das für eine Moral?

Neben Uli Hoeneß ist da noch Frau Schwarzer zu nennen, die sich in der Sache so äußert, als solle die Allgemeinheit sie gefälligst in Ruhe lassen. Eher mag sie noch Verständnis von den Bürgern verlangen, statt von diesen verurteilt zu werden.

Insgesamt aber scheint ein verstärktes Interesse aufzukommen, die Reichen mehr mit »ins Boot« zu holen. Der andere große Fall ist Apple. In Australien hat man sich damit beschäftigt, wie viel Geld dieses amerikanische Unternehmen über die Jahre unversteuert außer Landes geschafft hat, und die Forscher stellen fest, dass es riesige Summen sind, die der IT-Konzern der australischen Gesellschaft »klaut«. »Klaut« deshalb in Anführungsstrichen, weil natürlich die Unternehmen sich solch‘ günstige Arbeits- und Gewinnbedingungen gesetzlich genehmigen ließen, von vergangenen Regierungen oder weil bestehende Gesetze eiskalt zu Lasten der Allgemeinheit ausgenutzt wurden.

Wenn Apple seine Gewinne außer Landes schafft, zum Beispiel nach Irland, und dort auch keine oder minimale Steuern zahlt, wer bekommt das Geld denn letztlich? Es sind die Anteilseigner, Shareholder. Es sind die Eigentümer der Firmen, die sich das Geld auszahlen lassen (inklusive Steueranteil).

Dabei ist doch die Abmachung eigentlich so: Ein Teil des Gewinns kann der Unternehmer, der Selbständige behalten und einen anderen Teil, der von der Gemeinschaft festgelegt wird, muss an Steuern gezahlt werden.

Die Gesellschaften müssen gegenüber ihrer Bevölkerung klarmachen, dass alle Mitbürger die Regeln einzuhalten haben. Wer es nicht tut, schadet der Allgemeinheit. – Und das ist nicht lustig. 😐

faz–prozess-wegen-steuerhinterziehung-muss-uli-hoeness-ins-gefaengnis

thestar–Apple-moved-billions-offshore-to-avoid-Australia-tax-report

todayonline–apple-moved-s113b-profits-australia-ireland-report

tagesspiegel–steuerhinterziehung-alice-schwarzer-wittert-eine-kampagne-gegen-sich

Advertisements

Umgang mit Bedürfnissen, als gemeinschaftliche Aufgabe

emma–appell-gegen-prostitution

Doch genau das tut Deutschland mit der Prostitution: Es toleriert, ja fördert diese moderne Sklaverei (international „white slavery“ genannt). Die Reform des Prostitutionsgesetzes 2002, die angeblich den geschätzt 700.000 Frauen (Mittelwert) in der Prostitution nutzen sollte, trägt die Handschrift der Frauenhändler und ihrer LobbyistInnen.

Was steht denn in dem Gesetz drin? Wenn man das Gesetz ändern kann, soll man es tun.

Das System Prostitution ist Ausbeutung und zugleich Fortschreibung der traditionell gewachsenen Ungleichheit zwischen Männern und Frauen (und Ländern/Kontinenten). Das System Prostitution degradiert Frauen zum käuflichen Geschlecht und überschattet die Gleichheit der Geschlechter. Das System Prostitution brutalisiert das Begehren und verletzt die Menschenwürde von Männern und Frauen – auch die der sogenannten „freiwilligen“ Prostituierten.

Für alle Probleme sollen Lösungen gefunden werden. Da bin ich sehr dafür.

Wenn Prostitution Sklaverei ist, müssen die Sklavenhalter bestraft werden! Doch halt, bestraft werden soll der »Freier«. Denn ….

Die skandinavischen Länder haben schon vor Jahren die Ächtung und Bestrafung der Freier eingeführt.

Aber die Freier sind nicht die Sklavenhalter! Macht nichts, werden die Aufrufbefürworter sagen. Jeder der sich im Rotlichtbezirk aufhält, bekommt mit dem Knüppel draufgehauen. – So verstehe ich diesen »Rundumschlag« jedenfalls.

Ich habe gerade mal nachgelesen wie es in den USA ausschaut. Die Prostitution wird dort von den einzelnen Staaten geregelt. Vom Gesetz her ist Prostitution in fasst allen Staaten der USA verboten. – Aber es gibt bis heute Prostitution in den USA. So wie die Situation beschrieben wird, scheint es darauf hinauszulaufen: a) Prostitution ist verboten, b) Prostitution wird geduldet, sofern sie nicht öffentlich aneckt, Unmut oder Unwillen hervorruft, c) wenn dies der Fall ist, wird sie aufgrund des vorhandenen Verbots verfolgt.

wikipedia–Prostitution-in-the-United-States

Aber jetzt wieder nach Deutschland: Das Problem wird sein, dass die Übergänge fließend sind. Da arbeitet die eine Prostituierte auf »eigene Rechnung« als »Selbständige« und in den anderen Zimmern warten Frauen auf Freier, die durch Menschenhandel in diese Situation gekommen sind, und »versklavt« werden. – Also will man das ganze System verbieten, um nicht in jedem Einzelfall entscheiden zu müssen. Das ist einfacher, als nach den jeweiligen Hintermännern bezogen auf einzelne Frauen, zu suchen. Und es ist eine clevere Idee den Freier am Schlafittchen (oder sonst wo) zu packen, um den erwünschten Effekt zu erzielen. Denn indem man diese Männer unter Druck setzt, moralisch und per Gesetz, könnte man erreichen, dass diese derlei Dienste nicht in Anspruch zu nehmen.

Aber das Thema bietet auch die Gelegenheit, überhaupt einmal darüber nachzudenken, wie wir (Männer) Menschen mit den Trieben, Triebbedürfnissen umgehen und umgehen können, sollten (gemeinsam?). – Denn das »Begehren« ist tatsächlich ein heißes Eisen.

Nachtrag:

welt–Nur-eine-Welt-ohne-Prostitution-ist-human

Sie will sich nicht den Traum von einer prostitutionsfreien Welt nehmen lassen, fordert aber ganz pragmatisch, erst mal die kleinen Schritte zu gehen. Dazu könnte sogar gehören, dass Bordelle verstaatlicht werden.

Nur eine Welt ohne Prostitution, eine Welt, in der Männer nicht für einen Geldschein den Körper und die Seele einer Frau benutzen können, wäre eine humane Welt.

Kachelmann Geschichten

  1. spiegel–erstes-interview-der-nebenklaegerin-kachelmanns-ex-geliebte-schlaegt-zurueck
  2. focus–streit-mit-wetter-experten-geht-vor-gericht-weiter-alice-schwarzer-wehrt-sich-gegen-joerg-kachelmann
  3. tagesspiegel–recht-und-gerechtigkeit-anwaelte-einstweilige-verfuegung-gegen-kachelmann-buch

Die Nebenklägerin äußert sich in einem Interview der »Bunten« (nacherzählt im »Spiegel«).

Der Freispruch des Wettermoderators sei für sie »ein Schock« gewesen. »Natürlich habe ich versucht, mich im Vorfeld innerlich darauf vorzubereiten, dass es so kommen könnte«, sagte die Radiomoderatorin der Zeitschrift »Bunte«. »Aber als ich dann das Wort ‚Freispruch‘ hörte und das Publikum im Saal laut anfing zu jubeln, hat mir das den Boden unter den Füßen weggezogen.« Sie sei nach dem Urteil »völlig fassungslos« gewesen. »Ich konnte es nicht glauben, dass dieses Gericht nicht die Wahrheit sehen wollte. Das habe ich nicht verstanden. Und ich verstehe es bis heute nicht«, so D. laut »Bunte«.

Claudia D. schreibt, sie hätte das nicht »verstanden«, dass Kachelmann freigesprochen worden ist. Kein Mensch außer sie selbst und Kachelmann waren bei der Situation dabei, die sie als Anlass nimmt, Kachelmann zu beschuldigen. Niemand war dabei. Was also sollen die Menschen (der Richter), die die Geschichte nur von außen betrachten können, entscheiden (wenn alle greifbaren Indizien berücksichtigt wurden)?

Ihre Aussage, wir würden in einem »Täterstaat« leben, flankiert von ähnlich negativen Sichtweisen der Alice Schwarzer, ergibt ein düsteres Bild der Geschlechterbeziehungen in Deutschland. Ist es denn so? Sieht man die Gesamtsituation im Lande, kommt noch die Feststellung hinzu, dass die Geburtenrate in Deutschland die weltweit niedrigste ist (das kann einem aber auch egal sein).

Wer sich in dieser von beiden Personen mit Hartnäckigkeit geführten Auseinandersetzung auf eine Seite schlägt, muss sich vom Gefühl leiten lassen. Und es kann passieren, das weitere Beziehungen in Gefahr sind (wenn man sich nicht gemeinsam auf eine »Wahrheit« -Sicht einigen kann).