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Projektbeteiligte

Wenn wir Menschen ein Projekt starten, dann hat vielleicht der eine die Idee, und andere sind damit involviert, diese Idee umzusetzen, zu realisieren. Das Projekt kann sich dann »Firma« nennen, eine Rechtsform haben (GmbH?) und die Beteiligten nennen sich Firmeninhaber, Geschäftsführung, weitere Mitarbeiter.

Nun wird behauptet, dass es »natürlich« sei, wenn die Firmenleitung Gewinn und Profit machen will und die Löhne und Gehälter als Kosten abgerechnet werden. Im Kapitalismus sei der Egoismus eine ganz natürliche Angelegenheit. Man könnte jetzt einfach sagen, das sei dummes Zeug, Firmen sind auch ganz anders gründbar, eine völlig andere Struktur innerhalb des Unternehmens ist möglich. Wenn dazu die Freiheit besteht, warum gibt es dann nicht viel mehr Unternehmen, die so arbeiten?

In der Regel sind Unternehmen hierarchisch aufgebaut, das heißt, der »höher« eingestufte Mitarbeiter ist dem Untergebenen gegenüber weisungsbefugt. Warum ist das so festgelegt, geht es wirklich nicht anders?

Jedes Projekt, wenn es denn nicht einen reinen Selbstzweck hat, ist eine Arbeit für andere. Wie sind »flache Hierarchien« möglich? Es könnte so laufen, dass die Aufgabenverteilung, einmal besprochen, den Einzelnen die Möglichkeit gibt, sich in der Art einzubringen, wie es eben möglich ist. Kündigungsschutz macht da keinen Sinn, denn es muss aus freien Stücken zusammengearbeitet werden. Aber es sollte von Seiten der Unternehmensgründer der Impuls ausgehen, ein dem Menschen gemäßes Arbeiten zu ermöglichen. Was das nun ist, welche Arbeitsbedingungen das meint, sollte fortlaufend von den Mitarbeitern und der Geschäftsleitung gemeinsam definiert und erarbeitet werden. Also eine selbsterstellte interne Interessensvertretung für die Anliegen aller Mitarbeiter (zu denen dann auch die Firmenleitung zu rechnen wäre).

Bausteine einer solchen sinnvollen gemeinsamen Projektarbeit könnten sein, die Anerkenntnis, dass alle Mitarbeiter samt Unternehmensleitung von den Ergebnissen des gemeinsamen Tuns leben. Also Löhne, Gehälter eben keine Kosten sind, sondern anteiliger Gewinn. Und auch das deutlich wird, dass alle Beteiligten gleichermaßen in ihren Anliegen als Menschen innerhalb der Firma Beachtung finden sollen.

Dies habe ich hier nur grob skizziert, wie hilfreiche Interessenvertretung der Mitarbeiter durch Unternehmensleitungen selbst in Gang gebracht werden kann. Betrachtet man nun die heutige Wirtschaft, so ist nicht festzustellen, dass derlei bereits überwiegend umgesetzt sei. Aber genau aus diesem Mangel heraus lässt sich nur das erklären, was heute die Gewerkschaften machen. Ich kann mich nun nicht erinnern, dass mir das Verhalten der Gewerkschaften je sympathisch war. Mir schien der Monatsbeitrag immer zu hoch, die Vertretung vor Gericht nicht ausreichend und die Art, wie diese Organisation für ihr Klientel höhere Löhne den Arbeitgebern abpresst, nämlich das sie der Bevölkerung, die die Züge und Bahnen nutzen möchte oder andere Dienste verwenden will, die Angebote blockiert, hat mir nie gefallen. Für mich roch das immer nach Erpressung.
Und was ich nun auch nicht das erste mal erlebe, auch wenn es sich im europäischen Ausland abspielt, ist eine unangemessene Solidarisierung der Organisation mit Mitgliedern, die sich offensichtlich in ihrer Berufstätigkeit zum Schaden von Personen, die ihnen anvertraut waren, verhalten haben in einer Art und Weise, die selbst für Außenstehende als bedenkenswürdig bezeichnet werden kann.

tagesanzeiger–Justiz-ermittelt-gegen-Lokfuehrer-von-Santiago-wegen-fahrlaessiger-Toetung

tagesanzeiger–Mann-du-gibst-aber-Gas-bremse

Ja, da wäre es natürlich nicht schlecht, wenn die Zusammenarbeit in Projekten von den Beteiligten selbst organisiert würde, statt von außen mit Gewalt die Dinge regeln zu wollen. 😎

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Woher kommt Veränderung

5-sterne-deutschland–organisierter-aufstand-vs-spontaner-protest

Was braucht es also, um politische Veränderung zu erreichen? Brauchen wir eine breite Bürgerbewegung, die sich gut organisiert oder sollen wir einfach warten, bis die Zeiten schlechter werden und mehr Menschen auf der Straße ihren Unmut äußern?

Ja, was braucht es, um politische Veränderung zu erreichen.

Einmal muss man feststellen, dass nicht alle von den Problemen unserer Gesellschaften gleichermaßen betroffen sind. Es gibt immer noch viele Menschen, die der Meinung sind, ihnen ginge es gut. Und die werden womöglich nicht so schnell auf die Straße gehen und für Veränderungen eintreten.

Ein anderer Punkt ist, wie übrigens überall auf der Welt, das »Oppositionen« nicht immer einander zugeneigt sind. Wenn »linke« Gruppierungen zu einem Protest aufrufen, ist das für viele »Nicht-Linke« ein Grund, sich nicht an diesen Protesten zu beteiligen. Rufen »Rechte« zu Protesten auf, gilt das gleiche. »Proteste«, die von vornherein politisch in Beschlag genommen sind, werden von der Mehrheitsbevölkerung eher gemieden, auch wenn sie zu vielen Themen, die von den extremistischen Rändern angesprochen werden, etwas sagen könnte. Aber dadurch, das Parteien viele aktuelle Themen für sich okkupieren, sind die Themen negativ belastet und keiner will damit was zutun haben. Obwohl die Themen eigentlich gesellschaftlich wichtig sind und bearbeitet und diskutiert gehören. Zum Beispiel »Verhältnis Deutsche – Migranten« (von Rechten okkupiert) oder »Hartz4-Diskussion« (von Linken okkupiert).

Wenn im Laufe der Zeit die Lebensbedingungen immer schlechter werden, hat das sicherlich auch seine Wirkung auf die Menschen und ihr Verhalten. Aber niemand muss so lange warten, um aktiv sich für eine menschenwürdige Gesellschaft einzusetzen. 🙂

Eine »Bürgerbewegung, die sich gut organisiert« ist eine wichtige Überlegung. – Diese Bürgerbewegung muss in der Mitte der Bevölkerung stehen, und sich keiner Partei verpflichtet fühlen und sollte keine Partei unterstützen oder mit diesen zusammenarbeiten. Sie sollte »ein« Thema haben, um so weniger wird sie sich verheddern in zu vielen Ansprüchen und Absichten. Basis jeder Bürgerbewegung müssen die Menschenrechte sein, ihre Einhaltung ist immer zu fordern und zu wollen.