Schlagwort-Archive: Wissenschaft

Die Gesellschaft, der Staat – mein Verein

Mein »Verein« hat 150 Mitglieder. Alle zwei Monate gibt es eine Mitgliederversammlung. In der Mitgliederversammlung werden alle Entscheidungen getroffen, die für alle Mitglieder gültig und von Belang sind. – Wenn ich an der Mitgliederversammlung nicht teilnehme, kann ich nicht »mitbestimmen«. Dies ist ungerecht. Deshalb habe ich vorgeschlagen, dass auch von zuhause aus, per Email »abgestimmt« werden kann. – Dies wurde von denjenigen abgelehnt, die immer zu den Mitgliederversammlungen erscheinen. Es sind momentan drei, vier Leute.

Die Gesellschaft aber, unser Staat, ist nichts anderes, wie mein kleiner Verein, nur halt »in ganz groß«. Die Gesellschaft ist meine Gesellschaft. Ich kann in ihr mitbestimmen, wie sie gestaltet wird und wie ihre Grund-Gesetze aussehen. – Alles steht immer zur Disposition, alles wird immer von den Menschen, von allen aktiven Menschen in der Gesellschaft gestaltet.

Wenn wir der Meinung sind, das in unserem »Verein« großes Unrecht geschieht, wie zum Beispiel das »Hartz4«, dann dürfen wir das nicht hinnehmen und müssen eine angemessene Neu-Gestaltung der Gesellschaft einfordern.

Aber wie schaffen wir das?

In meinem kleinen Verein hatte ich angemahnt, mehr Demokratie zu ermöglichen, durch die Möglichkeit der Abstimmungen per Email, aber diejenigen, die immer zu den Mitgliederversammlungen kommen, haben dagegen gestimmt. – Bei den Mitgliedern im Verein sind zwar einige, die mein Ansinnen unterstützen, aber wir haben uns nicht aufgerafft, uns so zu organisieren, dass wir hätten bei einer Mitgliederversammlung unser Anliegen »durchdrücken« können. – Ich selbst habe vielleicht auch gezögert, weil es einem »Putsch« gegen diejenigen gleichkäme, die seit vielen Jahren als »Funktionäre« die Geschicke des Vereins lenken. – Ich hätte ihre Macht brechen müssen, aber dann hätte auch die Verantwortung bei uns »Putschisten« gelegen, für die Geschicke des Vereins, und so viel Verantwortung wollte ich dann doch nicht im Verein übernehmen.

Vergleiche ich das jetzt mit dem »großen Verein«, der Gesellschaft, dann sieht das aber anders aus. Hier will ich sehr wohl »Verantwortung« übernehmen, weil ich mich in meinen elementaren Grundrechten verletzt sehe, durch Hartz4 und weil ich mich allein durch diese politischen Machenschaften, die diese Gesetze ermöglicht haben, in meiner Existenz bedroht sehe, sodass ich »ganz klar« dann auch für die ganze Gesellschaft Verantwortung übernehme, in dem Sinne, dass diese Gesetze wieder abgeschafft werden müssen und bessere Lösungen gewählt werden, um mit »Arbeitslosigkeit«, um mit Rationalisierung und gesellschaftlicher Veränderung fertig zu werden.

Es ist ganz klar: die politischen Verwalter haben versagt. Ihnen muss das Wirkungsrecht entzogen werden. Sie haben als unsere »Geschäftsführung« den Verein an die Wand gefahren und für uns alle schwere Schäden verursacht. Diese Geschäftsführung kann nicht mehr geduldet werden. – Wir brauchen andere Geschäftführungen, andere politische Verwalter und wir müssen die Grund-Gesetze so ändern, dass wir als Souverän, als Bürger viel mehr direkte Entscheidungsmöglichkeiten erhalten, als das heute noch der Fall ist. Stichwort: Direkte Demokratie. Mindestens in dem Umfange, wie es in der Schweiz heute üblich ist.

Das ist eine von Grund auf neu gestaltete Gesellschaft. Was in die Richtung geht, wie ich sie gerade bei Ralph Boes sehe, bei seiner »Erneuerung der BRD« Arbeit.

Wenn wir uns aber dessen bewusst sind, was das bedeutet, dann sehen wir, es betrifft die Grundfesten der Gesellschaft. Und es gibt Auskunft darüber, wie wir die heutigen Verhältnisse sehen, wie wir die heutigen Verwalter, Politiker und ihr Umfeld in der Wissenschaft, in der Kultur, in den (öffentlich-rechtlichen) Medien, Zeitungen einzuschätzen haben. – Davon sind wir ja dann getrennt und das wollen wir so nicht mehr fortsetzen.

Wer sind »wir«, die Veränderung wollen?

Auf der Homepage von Inge Hannemann las ich schon vor geraumer Zeit, dass sie eine »Demonstration gegen Hartz4« absagte, weil »rechte Gruppierungen sich dieser Veranstaltung anschließen könnten«. – Ist das nicht schrecklich. Eine ganz wichtige Veranstaltung platzen zu lassen, weil jemand teilnehmen könnte, dessen Anwesenheit nicht erwünscht ist?

Interessierte Kreise könnten diese Logik dann aber »umdrehen« und Veranstaltungen dadurch verhindern, dass sie immer anonym, in den Netzwerken, andeuten, vielleicht tauchen »Rechte« auf der Veranstaltung auf. – Damit könnte jegliche wichtige Arbeit blockiert werden. Deshalb kann man sich auf so etwas eigentlich gar nicht einlassen.

Dasjenige, was richtig ist, klug ist, den Menschenrechten gemäß ist, muss sich immer öffentlich zeigen, egal wer sonst noch den Öffentlichen Raum bevölkert. Der Öffentliche Raum hat es nun mal an sich, dass er »öffentlich« ist. – Alle Bürgerinnen und Bürger einer Gemeinschaft, einer Gesellschaft können ihn nutzen.

Und die Entwicklung in Richtung politischer Extreme geschieht in dem Maße immer stärker, je weniger die Menschen glauben, durch »Diskussion«, Aufklärungsarbeit, gemeinsames Gespräch die Verhältnisse ändern zu können. – Radikalität und Gewalttätigkeit stehen nicht am Anfang von gesellschaftlichen Entwicklungen und Verhältnissen, sondern tauchen dann auf, wenn immer weniger Hoffnung besteht, dass über den normalen, friedlichen Weg etwas erreicht werden kann.

Auch wird heute von den »Systembewahrern« nicht selten suggeriert, es ginge nicht um »sinnvolle Veränderungen«, sondern um die Frage, wer diese Veränderungen will. Wenn es auch »Rechte« sind, die bestimmte Veränderungen wollen, dann sollten wir uns von diesen Veränderungs-Wünschen fern halten, so die Botschaft. – Aber ist das nicht lächerlich?

Wenn die Rechten für mehr Direkte Demokratie und für die Abschaffung von Hartz4 eintreten würden, dann käme ich nicht auf die Idee aufzuhören, mich ebenfalls für diese Ziele einzusetzen. Und es würde genügen, bei einer Demo, wenn ein Teilnehmer für alle, ein Plakat hochhielte »MENSCHENRECHTE und RECHTE schließen sich gegenseitig aus« und wenn wir als Organisator der Veranstaltung die Polizei einspannen, die Leute von unserer Demo fernzuhalten. – Aber so läuft das ja eigentlich auch in der Praxis. – Eine Distanzierung von Leuten, die wir für gefährlich in der Gesellschaft halten, ist also möglich, ohne die eigene Arbeit aufgeben zu müssen.


Und jetzt noch einmal zu meiner Frage, »Wer sind denn diejenigen in der Gesellschaft, die eine Neu-Organisation unseres Gemeinwesens wollen?« – Das ist so einfach nicht zu bestimmen.

Sind alle Grundeinkommens-Aktivisten für eine Neugestaltung der Gesellschaft? – In einer Versammlung zum Stichwort »Grundeinkommen« tauchen alle möglichen Personen auf. Grundeinkommens-Gegner, solche, die sich »nur informieren« wollen, aber auch Leute, die sich »Grundeinkommens-Befürworter« nennen, aber wenn nachgeforscht wird, was damit gemeint ist, taucht dann möglicherweise wieder ein Grundeinkommens-Gegner auf. – Die Situation ist undurchsichtig. In dem Dunstkreis »Grundeinkommen« bewegen sich viele Gestalten. – Wie lässt sich da Orientierung herstellen?

Einmal über Vertrauen. Personen, die wir kennen, denen wir die Haltung, Einstellung abnehmen. Aber auch da können sich Veränderungen ergeben. Jemand, der jahrelang für eine Sache sich eingesetzt hat, erklärt, zu einer anderen Meinung gelangt zu sein, und verändert schlagartig das eigene Verhalten. – Davor sind wir auch im Privaten nicht gefeit.

Wir können eigentlich nur dadurch deutlich machen, in welche Richtung wir gehen wollen, indem wir das tagtäglich von neuem aufzeigen, in unserem Verhalten, in unseren öffentlichen Verlautbarungen.

Es sind eigentlich ganz einfache Verhaltensweisen: Wir geben öffentlich bekannt, dass wir mit der »Geschäftsführung unseres Vereins« nicht mehr einverstanden sind. Dass wir die Arbeit für »sehr schlecht« halten, und kein gutes Haar an der »Vereinsführung« lassen wollen, und das eine »Neugestaltung der Vereinsregeln« dringend nötig ist. – Das heißt, wir lehnen das Agieren der Geschäftsführung vollständig ab und mehr noch, wir halten dessen Verhalten für »vereinsschädigend« und gefährlich, weil es jedes einzelnes Mitglied in seiner Existenz bedroht.

Das ist ja eine Aussage, die von jedem von uns öffentlich gemacht werden muss. – Wir müssen sagen, dass wir die Regierungsmitglieder ablehnen und nicht mehr wollen.

Von wem werden wir bei diesem Unterfangen Unterstützung erhalten?

Gibt es Menschen in der Wissenschaft, die die heutigen Verhältnisse ablehnen und »mit uns« eine grundlegende Veränderung der Gesellschaft anstreben? – Die Wissenschaft hängt am Geldtropf der Regierung. Werden die Staatsbediensteten sich gegen den Staat stellen?

Wie sieht es im Kulturbereich aus? Musiker, Schriftsteller, »freischaffende Künstler«, wollen die einen anderen Staat. Ohne Hartz4, aber mit einem Bedingungslosen Grundeinkommen? – Wie sieht das in Deutschland aus? – Auch Kunst und Kultur hängen am Geldtropf des Staates, werden »gefördert« oder subventioniert, oder eben halt nicht, wenn sie sich störrisch verhalten.

Wer in Wissenschaft und Kultur stellt sich öffentlich gegen Hartz4 und bekennt sich öffentlich zu einem Grundeinkommen? – Und sind dann das auch die Menschen, die einen grundsätzlichen Neu-Anfang in der Gesellschaft wollen?

Womöglich sind die Vertreter an den Hochschulen an einer Hand abzuzählen, die sich für ein Bedingungsloses Grundeinkommen einsetzen. Und sind die meisten anderen mehr mit ihren »Besoldungsgruppen« und Einstufungen beschäftigt, wenn sie an ihre »wissenschaftliche Arbeit« denken? – Setzt sich die Wissenschaft für die »Armen« in der Gesellschaft ein? Haben die Juristen festgestellt, dass die Hartz4-Gesetze »Unrecht« sind und sofort abgeschafft gehören. Haben die Akademiker aus den anderen Wissenschaftsbereichen, die Juristen auf das große Unrecht in den Hartz4-Gesetze hingewiesen?

Die Wissenschaft als eigenständiger Bereich in unserem »Verein«, scheint ihre Arbeit nicht im Interesse der Vereinsmitglieder zu machen. Denn sonst müsste sie die menschenunwürdigen Zustände »aus der Sicht der Wissenschaft« anprangern.

Und welcher Künstler setzt sich schon Jahren gegen Hartz4 ein? Welche Sänger, Musiker, Maler, Schriftsteller, Schauspieler prangern schon seit Jahren Hartz4 an und setzen sich gleichzeitig für ein Bedingungsloses Grundeinkommen ein?

Was ist mit den Berufstätigen, von denen doch viele in Berufsverbänden organisiert sind: Sozialarbeiter, Therapeuten, Psychologinnen, Ärzte, Pfleger, Lehrer. – Setzen sie sich als Einzelpersonen oder über ihre Berufsverbände gegen Hartz4 ein, und für ein Bedingungsloses Grundeinkommen? Sind diese Menschen »öffentlich« sichtbar in ihrem Protest gegen diese Regierung, gegen diese Politik, gegen Hartz4 und für ein Grundeinkommen?

Alle Berufstätigen in den Sozialbereichen, im Gesundheitsbereich, im Bildungssytem, im Pflegebereich, die »hautnah« das Elend mitbekommen, dass durch die unsäglichen Hartz4-Gesetze verursacht wird, müssten doch aufschreien, spätestens heute, nach 10 Jahren Hartz4, über die Unmenschlichkeit, die mit dieser Gesellschaftsgestaltung einhergeht. – Alle diese Leute müssten sagen, diese Politik, diese Regierungen wollen wir nicht, die das zu verantworten haben.

Und was ist mit der »Wirtschaft«? – Der Hartz4-Zwangsarbeiterstaat ist die ideale Grundlage dafür, Menschen durch die Wirtschaft auszubeuten. Neo-liberales Handeln war nie so leicht, wie unter den Hartz4-Gesetzen. – Weil sich der Bürger nicht gegen diese Zumutungen wehren kann, wenn er arbeitslos ist, und ein Geld braucht, zum Überleben.

Die Wirtschaft ist der große Profiteur der Hartz4-Gesetze. Noch nie war es so leicht andere Menschen in der Arbeitswelt auszunutzen und schlechtzustellen. – Wer aus der Wirtschaft unterstützt jetzt ein Bedingungsloses Grundeinkommen, welcher Unternehmer will eine »andere Gesellschaft«, mit mehr Direkte Demokratie und ohne Zwangsarbeit? – Können wir die auch an einer Hand nur abzählen?

Als weitere Gruppe wären noch die Medien zu erwähnen. Wer Radio hört, kann jeden Tag zum Beispiel »Wirtschaftsnachrichten« hören. Dort wird tatsächlich »jeden Tag« davon erzählt, dass wir Wirtschaftswachstum brauchen, Investitionen und Arbeitsplätze. – Ist das jetzt die »Lügenpresse«? – Soweit muss man nicht gehen. Aber man kann durchaus sagen, diese tagtägliche Propaganda ist die Unwahrheit.

Und sie ist ja nicht nur in den durch »Rundfunkbeitrag« staatlich subventionierten Medien, Radio und Fernsehen, sondern auch in vielen Zeitungen wahrnehmbar. – In diesen »alten Medien« weht noch der Geist der Vergangenheit. Sie wollen nichts wissen, von Gerechtigkeit, Menschenrechte, Menschenwürde und der Verletzung dieser Rechte durch Hartz4. Sie wollen nichts wissen von übertriebenem Ressourcenverbrauch und Umweltzerstörung durch die Arbeitsideologie der Zwangsarbeit in Deutschland. Sie wollen an ihrer Parole »Einkommen nur durch Arbeit« auf ewig festhalten. Sie erkennen nicht, dass die Neu-Investitionen nicht für sinnvolle Dinge verwendet werden, sondern sinnlos in Projekte gesteckt werden, deren einziger Sinn ist: »Arbeit schaffen«.

Aber das ist halt nicht mehr die Wahrheit und Wirklichkeit der heutigen Zeit. Und deshalb sind die etablierten Medien, wie die etablierten Parteien auch, Teil einer untergehenden Welt.


So ist es also gar nicht so einfach, herauszufinden, wer denn wirklich eine neue, bessere Gesellschaft haben will. – Und es scheint, als ob es nur ganz wenige sind, die das wollen. Und sicherlich habe ich jetzt gerade Menschen nicht erwähnt: die Armen, die 13 Millionen Menschen in Deutschland, die weniger als 900 Euro zum Leben im Monat haben. – Aber können die gegen den Rest des »Vereins«, die 67 Millionen Menschen etwas ausrichten. Oder müssen sie ihr Schicksal resignierend hinnehmen oder noch besser, »im System« mitmachen und im Wettbewerb mit den anderen um bessere Positionen, besser bezahlte Arbeit, konkurrieren? – Jeder gegen jeden.

Und wäre es nicht wichtig, dass wir uns gemeinsam organisieren?

Diejenigen, die Veränderung wollen, sollten sich verbünden und gemeinsam für Veränderungen agieren. – Aber das ist leichter gesagt, als getan. – Nehmen wir eine der letzten Kampagnen: Alice Schwarzer im Einsatz gegen Prostitution und Freier. Und in einem öffentlich verbreiteten Aufruf bekennen sich »Personen des öffentlichen Lebens« zu den Aussagen und Forderungen von Alice Schwarzer. – Ja, so sieht eine Kampagne aus. – Und vielleicht findet sich eine Ministerin, die die Anliegen aufgreift und bei der nächsten Gesetzesänderung versucht, dem gerecht zu werden.

Da haben wir dann Folgendes: Einmal Leute, die klar und deutlich formulieren, worum es geht und was geschehen muss. Und dann haben wir jene, die diesen Aussagen und Forderungen zustimmen und das öffentlich tun. Und das Ganze wird dann in der Form der »Kampagne« über ein, oder mehrere Medien in die Öffentlichkeit gebracht. – Setzt sich Alice Schwarzer für das Bedingungslose Grundeinkommen ein und äußert sie sich gegen Hartz4?

Es gibt also Leute, die sich inhaltlich in eine Thematik einarbeiten und Positionen formulieren und Forderungen erheben, und es gibt Leute, die vielleicht ohne sich inhaltlich tief in eine Thematik einzuarbeiten, die Positionen und Forderungen beurteilen und sich dazu zustimmend verhalten. – Und zum Schluss muss der öffentliche Auftritt organisiert werden. Zum Beispiel in Form einer »Kampagne«. – Es muss sich eine Kerngruppe bilden, die inhaltlich arbeitet und Positionen formuliert.

Haben wir diese Kerngruppe schon?

Diese muss nach außen hin Unterstützer haben, solche, die vielleicht nicht so tief in die Materie einsteigen, die aber als »Multiplikatoren« die Gedanken in der Gesellschaft verbreiten, bei Kunst- und Kulturveranstaltungen zum Beispiel.

Um nochmal bei dem Beispiel der Alice-Schwarzer-Kampagne zu bleiben, es geht um »ein Thema«. – Bei dem Thema, über das ich hier schreibe, geht es auch um ein Thema: Hartz4/Grundeinkommen. Hartz4/Grundeinkommen ist ein Thema, weil »Hartz4« die schlechte Lösung für Probleme in der Gesellschaft darstellt, und »Grundeinkommen« die eindeutig bessere Lösung für die gleichen Probleme darstellt.

Es hat keinen Sinn, neue Organisationen zu gründen und die Arbeitsweise der »Parteien« zu kopieren. – Parteien wollen für alle Probleme in den Gesellschaften zuständig sein, weil sie »anstelle« des Bürgers entscheiden. Das soll aber in Gesellschaften mit Direkter Demokratie nicht mehr der Fall sein. In Gesellschaften mit Direkter Demokratie entscheiden Thema für Thema, die Bürgerinnen und Bürger selbst. Tagesordnungspunkt für Tagesordnungspunkt. TOP für TOP. – Und wir müssen uns so verhalten, dass wir die Grundeinkommens-Gesellschaft mit Direkter Demokratie vorwegnehmen und heute bereits vorleben.

Deshalb vermische ich nicht mein Engagement für das Bedingungslose Grundeinkommen und meinen Widerstand gegen Hartz4 mit anderen Themen. – Wenn ich eine Hompage betreibe, zum Thema Grundeinkommen, dann habe ich nicht auf derselben Hompage auch noch die Meinung zum Nah-Ost-Konflikt, zum Herrn Putin, zu den Imperialisten, oder zum Islam mit da drauf. – Das passt nicht und das bringt Projekte zum Scheitern, weil wir nie die Menschen zu allen Themen unter einen Hut bekommen. – Deshalb ist es unsinnig das Grundeinkommens-Thema zu »erweitern«, auf alle weltpolitischen Probleme und dann so zu agieren, wie es Parteien machen.

Den Parteien geht es letztlich immer nur um den »Selbsterhalt«. Und alle Einzelthemen der Gesellschaft sind dabei nachrangig. – So aber können wir heute nicht mehr politisch arbeiten. Und wenn wir es doch tun, schrecken wir die Menschen nur ab.

Was aber funktioniert, und deshalb empfehlenswert ist, bezieht sich auf das Einzelthema. Denn über dieses können wir versuchen, Übereinstimmung zu erzielen. – Sicherlich führen die Einzelthemen auch in andere Bereiche hinein, aber eine Ausgangsorientierung sollte klar formuliert sein und gibt dadurch einen guten Rahmen für Zustimmung oder Ablehnung eines Anliegens: Hartz4 ist Unrecht, weil es die Menschenrechte tangiert und verletzt. Diese Gesetze müssen zurückgenommen und ersetzt werden, durch menschenwürdigere Regelungen bezüglich des Erhalts der Existenzsicherung. Zum Beispiel das »Bedingungslose Grundeinkommen«. – Da muss ich jetzt nicht zusätzlich noch den Ukraine-Konflikt mitdiskutieren, weil das das Thema wieder völlig auseinanderreißt und einmal gewonnene Übereinstimmungen wieder gefährdet.


Wenn wir also eine »Kerngruppe« haben, die sich in das Thema einarbeitet, dann sollte sie sich am Thema entlang arbeiten und die Mitmenschen »im Verein« im Auge behalten, und daran denken, dass die Ausarbeitungen als »ein Tagesordnungspunkt« auftauchen werden, in der »Mitgliederversammlung«, und zur Abstimmung ansteht, durch die Bevölkerung. – Da können dann nicht noch alle übrigen Themen auch noch reingepackt werden, weil »irgendwie alles miteinander zusammenhängt«. – Das wäre vom praktischen Ablauf einfach unsinnig.

Gibt es diese Kerngruppe? – Wenn nicht, dann sollten wir sie jetzt schaffen.

Zusammenfassung

Wenn sich die Gesellschaft ändern muss, und die heutigen Verhältnisse und politischen Entscheidungen »nicht mehr tragbar« sind, dann müssen wir Bürgerinnen und Bürger dies öffentlich bekunden und gegen diese Politik antreten und Veränderungen einfordern und einleiten.

Ein Bündnis mitdenkender Personen, formuliert eine neue Gesellschaft, mit neuen »Grund-Gesetzen«, die das Hartz4-Unrecht beenden und das Bedingungslose Grundeinkommen einführen. – Viele Menschen in der Gesellschaft, bekennen sich für dieses Anliegen öffentlich, in vielen Veranstaltungen, Kampagnen, Aktionen, Demonstrationen und weiteren Aktivitäten.

Unser Streben hält so lange an, bis wir unser Ziel erreicht haben. – Und dies wird uns eine Lehre sein, nicht mehr davon abzulassen, und immer aufmerksam mitwirkend unseren »Verein« zu gestalten. – Denn tun wir das nicht, gerät er zum »Monster«.

Richtig oder falsch – am Beispiel der gemeinsamen Gespräche

»Richtig oder falsch« ist ein Dogma, dass wir in den Gesellschaften nicht dulden sollten. – Ein Teil der Bevölkerung versucht damit, die eigene Dominanz und Vorherrschaft in den Gemeinschaften zu legitimieren. – Zu Unrecht.

Wer Rudolf Steiner liest, kann diesen nicht als »Lehrer« sehen, denn, wie soll er den Schüler korrigieren, wenn er gar nicht mehr da ist. Wer die Werke liest, liest sie »in Freiheit«. – Es ist aber nicht untypisch für uns Deutsche, dass wir gleich versuchen, die Dinge klar zu rücken und »richtige oder falsche« Interpretationen zu benennen, und so eine Unterscheidung zu treffen. – Aber woher nehmen wir die Berechtigung dafür?

In Streitgesprächen versucht der Sieger immer seine Position mit »unwiderlegbaren« Argumenten zu unterfüttern, um sie dadurch »unangreifbar« zu machen. Unwiderlegbar ist aus Sicht vieler »die Wissenschaft«. Es sei denn, eine Position sei durch eine andere glaubwürdig in Frage gestellt.

So entsteht, ohne das wir es wollen oder geplant haben, in »harmlosen« Gesprächen automatisch eine »Beweislast« für alle Teilnehmer. Wer seine eigene Position nicht glaubwürdig machen kann, gerät schnell ins Hintertreffen und muss sich gefallen lassen, dass Äußerungen anderer Teilnehmer als »gewichtiger« in Raume erscheinen. – Diese »unsichtbaren« Regulative sind es, die die Gemeinschaften gestalten und führen.

Die »gewichtigeren« Argumente nehmen zusehens mehr Zeit und Raum in Anspruch, obwohl doch eigentlich alle Teilnehmer gleich viel Zeit und Raum beanspruchen sollten. – So entstehen, obwohl der Lehrer doch tot ist, wieder neue Lehrer, die belehren, ohne das sie ausdrücklich für diese Rolle benannt wurden, einfach durch die Abläufe in den Gesprächen.

Was da in den Urzellen der Gemeinschaften passiert, wird dann als »Blaupause« genommen, für die bedeutsameren Versammlungen und Entscheidungsgremien.

Ist es denn nicht richtig, alles genau zu klären und immer den richtigen Weg zu gehen?

Wer soll das bestimmen? – Handelt es sich um eine allgemeine Betrachtung der Welt, des Lebens und des eigenen Umfelds, dann sind alle Einschätzungen subjektiv und als solche »gültig« und zu akzeptieren. Und dennoch erleben wir jeden Tag von neuem den Versuch, von manchen Leuten, alles, was ihnen nicht in den Kram passt, als »problematisch und bedenklich« einzustufen, um andere gesellschaftliche Strömungen unter Druck zu setzen und in ihrer Entwicklung zu hemmen.

Hätten wir wirklich »freie« Gesprächskreise, würden wir einander zuhören und vielleicht haben wir Verständnisfragen oder wir übergehen die Äußerungen anderer, wenn sie uns nicht ansprechen. – Das sind freie Gespräche, in denen sich jeder entwickeln kann.

In den »Richtig oder falsch« Gruppen hingegen, geht es mehr um Positionen, Rollen, Hierarchien, Macht und Unterwerfung. – Wer unter diesem Aspekt einmal aufmerksam in Gruppengespräche hineinhört, kann dies einwandfrei feststellen. – Regelrecht »verseucht« sind in dieser Hinsicht die politischen Gesprächskreise. – Zu jeder Sekunde wird da mit harten Bandagen um die Vormachtstellung und die Eingrenzung »nicht erwünschter« Meinungen gekämpft.

Wenn wir Direkte Demokratie wollen, dann sind die »Falsch-oder-richtig« Politiker ein Problem, weil sie es nicht hinnehmen wollen, dass wir alle gleichwertig, gleichrangig mit unseren Meinungen und Sichtweisen nebeneinander in den Gemeinschaften und Gesprächen dastehen. – Die Parlamentarische Demokratie baut ja gerade darauf auf, dass wir »nicht fähig und in der Lage« sind, Problemstellungen und Aufgaben angemessen zu beurteilen, so die Meinung deren Verfechter. – Deshalb sollen wir unsere Stimme, die wir auch zum Entscheiden von Sachverhalten haben, abgeben, oder besser »aufgeben«, zugunsten von sogenannten »Fachleuten und Sachverständigen«, die dann unsere Stimme »richtig, statt falsch« für die Lösung der Probleme einsetzen.

Genau diesen Leuten müssen wir aber sagen, dass wir ihre Sichtweise nicht mehr akzeptieren und eine »Gleichheit der Meinungen, Urteile und Entscheidungen« in Betracht ziehen, sodass dann wieder jeder Bürger, Individuum, jeder Souverän im Staate, eine Stimme für die Bürgerentscheide und Volksabstimmungen hat.

Aber noch einmal: wäre es nicht doch von Nutzen für alle in den Gemeinschaften, wenn der Sachverstand und das umfängliche Wissen von einzelnen Personen zur Geltung kommt?

Es geht darum, dass kein Zwang besteht, so zu verfahren. – In freier Entscheidung mag sich ja so eine Entwicklung ergeben. – Aber gerade in der heutigen Zeit, in der wir doch alle erleben, wie unfähig diese angeblich »Wissenden« eigentlich sind, oder, dass jene entscheiden dürfen, die offensichtlich »nicht wissen«, sollten wir wieder dahin gelangen, mehr instinktiv und intuitiv zu entscheiden und zu urteilen.

Die letzten 20 Jahre in Europa, in Deutschland zeigen uns, wie auf der Entscheidungsebene nur alles schlimmer wird, statt besser. – Deshalb sind jetzt »Bürgergesellschaften« sinnvoll und den Parteienstaat geben wir auf.

Die Bürgerinnen und Bürger werden ihren guten Willen und ihre Bereitschaft einbringen, dem Menschenwesen gemäß unser Zusammenleben zu gestalten.

Schöner Liberalismus

cicero–afd-konservative-sind-zutiefst-antiliberal

Und eine gute Abgrenzung zum Konservativismus.

Vor allem basiert der Liberalismus auf der Einsicht, dass ästhetische oder ethische Normen und Werte keine objektiven oder rational erkennbaren Größen sind, sondern in letzter Konsequenz Ausdruck persönlicher Präferenzen. Dieser subjektive und relative Charakter von Normen und Werten ist aus liberaler Sicht aber kein Mangel. Im Gegenteil, er eröffnet dem Individuum erst die Möglichkeit, sich frei und unabhängig von Traditionen, Bräuchen oder gar objektivistischen Moralansprüchen zu entfalten.

Besser kann man es nicht formulieren. Das Individuum bestimmt, verortet sich selbst, setzt seine eigenen Maßstäbe und diese sind Grundlage der eigenen Entscheidungen, zum Beispiel bei Bürgerentscheiden und Bevölkerungsabstimmungen. Aber findet das irgendwo seine Grenzen?

Mit seinem nüchternen Rationalismus ist das liberale Denken Erbe und auch Speerspitze der radikalen Aufklärung. Wissenschaftliche und technische Rationalität gelten dem Liberalen – anders als dem Konservativen – nicht als Zeugnisse einer degenerierten, entfremdeten und zerstörerischen Vernunft, sondern als Ausdruck menschlicher Kreativität, Gestaltungskraft und Fantasie. Zugleich ist der wissenschaftliche Rationalismus ein Bollwerk gegen Ideologien, Aberglaube und Mystizismus – weshalb Ideologen von links und rechts immer wieder versuchen, ihn seinerseits als Ideologie zu entlarven.

Nach Alexander Grau findet es seine Grenzen in der wissenschaftlichen und technischen Rationalität. Das ist natürlich clever gemacht. Erst wird gesagt, der Mensch sei frei und unabhängig von objektiven oder rational erkennbaren Größen, frei zu entscheiden, wie er denkt und will, um dann wieder dieses »Zuckerl« zurückzunehmen, in dem ein Katalog eingeführt wird, der die »Werte und Normen« vorgibt, die doch zuerst (scheinbar) jedem selbst überlassen waren.

Aber Liberale können so viel »rational« sein, wie sie wollen. Eine Pflicht zur Rationalität gibt es jedoch nicht. Hier muss das Recht des Individuums auf Festsetzung eigener Maßstäbe sich durchsetzen. Wer »fühlt«, dass das liberale Denken eine Gefahr für das Zusammenleben der Menschen ist (um ein Beispiel zu verwenden), kann diesen »Sachverhalt« genauso heranziehen für seine Entscheidungen, wie einer, der diese Haltung rational ableitet.

Wie verhält es sich nun, wenn die Menschen auf Gerechtigkeit und Gleichheit insistieren? Ist ein solches Ansinnen unter Liberalen denkbar? Ich unterstelle, dass der Liberale aus seinem Fundus an wissenschaftlichen Rationalitäten heraus dies verneinen würde. Er würde wahrscheinlich »beweisen«, dass Gleichheit nicht berechtigt ist und Gerechtigkeit ein relativer Begriff sei und somit beide Anliegen verworfen werden müssten. Umgekehrt würde er aus der individuellen Perspektive Gleichheit und Gerechtigkeit als Zumutung und Bedrohung individueller Freiheit wahrnehmen, was nicht gutgeheißen werden kann. – In wessen Interesse ist es unter diesen Bedingungen, »liberal« zu sein?

Astrologie – Ein Erklärungsversuch

Ein seltsamer Hauptartikel zur Astrologie in Wikipedia.

Mir kam die Idee, dass es kein Astrologe war, der diesen Abschnitt verfasst hat. Gleich ganz am Anfang wird langatmig über die »Unwissenschaftlichkeit« der Astrologie (unter Etymologie, Weltanschauung der Astrologie, Wissenschaftstheoretische Einordnung) geschrieben. Wen interessieren diese Bemerkungen? Mich nicht. Was verwundert ist die Aufgeregtheit, mit der die »Wissenschaftler« sofort feststellen müssen, dass die Astrologie keine Wissenschaft ist. Wenn man am Ende des ganzen Eintrags zur Astrologie geschrieben hätte, dass Leute die sich Wissenschaftler nennen, die Astrologie nicht als Wissenschaft anerkennen, hätte es vollauf gereicht.

Im Diskussionsteil des Wikipedia-Beitrags wird dann genau dieser Aspekt, der mir gleich auffiel auch heftigst reklamiert, aber der Wissenschafts-Vertreter, der sich wohl für diesen Artikel als Schreiber aufgedrängt hat, gibt sich unnachgiebig. 😦

Und ich hatte gerade eine Spende für den Verein getätigt, weil mich Wikipedia-Gründer Jimmy Wales so nett auf der Zwangswerbung angelächelt hatte. Und dann diese Informationsmanipulationen, schrecklich. Dann kann man nur hoffen, dass Leute aktiver werden und einschreiten, und die Artikel umschreiben.

wikipedia.org–Astrologie
wikipedia.org–Diskussion:Astrologie

Also ich habe mir jetzt den ganzen Astrologieartikel durchgeschaut und ich muss schon sagen, es ist ein starkes Stück. Hier wird in arrogantem Stil etwas niedergebügelt, was nicht ins (Wikipedia?) Konzept passt. Denn was zeichnet einen guten Wikipedia-Artikel aus?

In der Rubrik »Diskussion« findet man Hinweise:

Zitate:

Info:Quatsch. Ihr habt eine wichtige Sache vergessen oder bewusst verdrängt: Wir tragen Wissen hier zusammen, EURE Interpretationen, wie etwas gefälligst sein soll, sind irrelevant.

Das Weltkulturerbe Kölner Dom ist im übrigen nur der steinerne
Sakrophag um die Gebeine dieser Sternkundigen in angemessener
Form zu würdigen….da unsere abendländische Kultur also diesen
morgenländischen Sterndeutern, ein in Jahrhunderten erbautes,
äußerst beeindruckendes Gesamtkunstwerk gewidmet hat, sollte
meiner Meinung nach die deutsche Wikipedia nicht mit
wissenschaftlich angeblich fundamentierten, dabei rotzlöffelig
formulierten Antithesen zur Astrologie nur so um sich werfen,
sondern den Weisheiten der großen Alten, den Ihnen zustehenden
Respekt erweisen und die antike Weltensicht der Astrologie
möglichst erklärend und nicht zwanghaft anmutend, widerlegend
darstellen.

Es geht um »Wissen« und »Wissenschaft« und die Frage, was das denn ist. Die Wikipedianer wollen einfach eine klare Linie in ihre Informationen hereinbringen. Und die lautet, Wissen und Wissenschaft ist etwas Nachprüfbares. Denn sonst könnte jeder daher kommen und behaupten, er wüsste, wie ein Flugzeug gebaut wird, Anleitungen formulieren, und dann baut jemand nach »Wikipedia«-Anleitung sich so eine Kiste und fällt auf die Nase. Und das will keiner, berechtigtermaßen. Was also muss Wissen und Wissenschaft sein? Nachprüfbar.

Nun sind aber die Grenzen zwischen Wissen und Nichtwissen fließend. Selbst Wissenschaftler arbeiten laufend an der Grenze ihres Wissens. Sollte man solche Ergebnisse veröffentlichen dürfen?

Man muss aber auch einfach schauen, wie das aussieht, wenn desinteressierte »Wissenschaftler« einen Artikel über ein Gebiet schreiben, zu dem sie keinen (emotionalen) Bezug haben. Es ist ein wirklich unansehnliches, geradezu empörendes Arbeitsergebnis. Weil man die Unfreundlichkeit gegenüber dem Themenkomplex in geradezu jeder Zeile beim Lesen spürt. Lustlos, freudlos, feindselig, inquisitorisch, wie mit Gegnern, wird über den Themenbereich und die Menschen, die sich damit beschäftigen berichtet. Quasi am »lebenden Objekt« vorgeführt, was dabei herauskommt, wenn Menschen in ihrer Verblendung sich Dingen zuwenden, die keinen Wert haben können.

Denn an den Astrologen haftet der Makel der Fehlbarkeit. Nichts Verlässliches können sie berichten (nach Meinung der Naturwissenschaftler). Und ja, es ist bekannt, dass durchaus rationale Menschen in der Not, etwa bei Krebserkrankungen, an Quacksalber sich wenden, aber dass zeigt doch bloss, welch‘ zwielichtige Personen das sind, die sich mit unbewiesenen Dingen beschäftigen.

Wie könnte nun Wikipedia sinnvoller verfahren? Zum Beispiel mit einer Art Hinweisschilder arbeiten. Einem Artikel könnten gemäß »Wikipedia-Kriterien« abgestufte Warnhinweise vorangestellt werden. Etwa in der Form: rotfarbig, »Achtung dieser Artikel beschreibt Dinge, die nicht dem Wikipedia-Kriterium einer Wissenschaftlichkeit genügen«. Dann ein Link, zu einer Erklärung, was Wikipedia unter »wissenschaftlich« versteht. (Ich kann mir schon die Diskussionen und Meinungsverschiedenheiten diesbezüglich vorstellen.)

So wie es heute abläuft, hat es doch etwas Bevormundendes und dies passt nicht mehr in die Zeit. Irgendwelche anonymen Wikipedia-Personen fühlen sich auserkoren, der Bevölkerung vorzuschreiben, wie sie über einen Themenkomplex zu denken hat. Ist das akzeptabel? Sicher brauchen wir in konkreten Fällen einen klaren Wissenschaftsbegriff. Aber der Themenbereich der Astrologie ist nun mal noch nicht in dem Maße konkretisierbar, wie es die Materialisten gerne hätten. Statt dann einfach die eben heute mögliche Auseinandersetzung mit der Sache zuzulassen, stellen sich die »Wahrheitswächter« in den Weg und verhindern, dass sich die Astrologen selbst um »ihr« Thema kümmern können. – Meine Meinung: in der Sache sollten sich die Astrologen durchsetzen und das Heft in die Hand nehmen.

Siehe auch:
http://www.nzz.ch/aktuell/feuilleton/medien/vorwurf-der-scharlatanerie-1.17926220

Homöopathie nicht bei Amelie Fried

cicero–ob-homoeopathie-unseren-frieden-gefaehrdet

Amelie Fried »glaubt« nicht an Homöopathie. Vielleicht liegt es schon daran, zu »glauben«. Sie schreibt:

Dass bislang in keiner wissenschaftlichen Studie die Wirksamkeit der Methode nachgewiesen werden konnte, ficht die Gläubigen nicht an.

In diesem Satz sind schon mal 2 Unterstellungen drin, die Frau Fried so nonchalant unter die Leute streut.

Einmal das wir alle wissen, welche »Wissenschaft« Frau Fried meint, und dann das diejenigen, die die Wirksamkeit der Homöopathie für durchaus möglich halten, keine Wissenschaft als Grundlage ihrer Einschätzungen verwenden würden, sondern an die Wirksamkeit »glauben«.

Das sind allerdings dermaßen massive Schwächen in der Argumentation von Frau Fried, dass man sich jede weitere Beschäftigung mit ihren Bemerkungen ersparen könnte.

Na gut. Schauen wir mal weiter:

Es handelt sich um die sogenannte „Neue Homöopathie“, ihr Guru Erich Körbler war gelernter Antennentechniker. Wenn das so weitergeht, haben wir hierzulande bald die gesellschaftliche Spaltung, um nicht von einem Religionskrieg zu sprechen.

Vielleicht muss Frau Fried einfach ertragen, dass die Welt nicht nur »von oben« und durch die etablierten »alten« Medien abgesegnete Heilslehren gestaltet ist (was sie als Gesprächsleiterin in Talkshows womöglich annehmen konnte), sondern das es noch viel mehr Wahrheiten gibt.

Gottseidank haben wir die Meinungsfreiheit und die Freiheit der Wissenschaft, Forschung und Lehre in den Grundrechten verankert. Die Bemühungen von Frau Fried und selbigen würden sonst noch ins Mittelalter zurückführen, wo man das, was man nicht verstehen kann oder will, bekämpft.

Hinzukommt, dass Frau Fried als nicht unbedeutender Teil der öffentlichen Meinungsmache auch das Symptom derselben verkörpert. Man weiß eben nichts, zu wenig, oder nicht das Richtige, sonst würden wir uns doch nicht in »Krisen« befinden. Während wir seit Jahren durch eine »Finanzkrise« stolpern, reden und urteilen in der Öffentlichkeit Experten, Fachleute und Fachjournalisten an der Lösung der Probleme vorbei. Sie »wissen« offensichtlich nichts. Aber das wird dann schöngeredet, die Schwierigkeiten seien eben nicht beeinflussbar.

Offensichtlich gibt es unterschiedliche Wahrheiten. Welche, die wirksam sind und weiterhelfen, und welche die unwirksam sind. Vielleicht könnte Frau Fried zuerst einmal das anerkennen und für möglich halten.

Was ist Wissenschaft

Dirk Maxeiner und Michael Miersch verweisen in ihrem Beitrag auf achgut.com auf eine Internetseite »psiram«, die offenbar als Ersatz für »EsoWatch« ins Netz gestellt wurde.

achgut-akademischer-humbug

Über EsoWatch hatte ich hier in diesem Blog bereits geschrieben. Esowatch denunzierte und beschuldigte andere Menschen dieses und jenes zu tun, zu glauben, und mit den böse dreinblickenden Wolfsaugen, (die auch wieder in psiram zu sehen sind) sollte suggeriert werden, die Beobachteten seien nicht ganz koscher.
Der Punkt aber war, dass der Autor dieser Internetseite sich selbst im Anonymen verbarg, aber andere Menschen in die Öffentlichkeit zerrte und angriff. (Dann wurde dessen Identität gelüftet, ich habe allerdings diese Sache nicht weiter verfolgt.)

In ihrem reißerisch überschriebenen Artikel suggerieren Maxeiner und Miersch, Wissenschaft könne unterschieden werden, zwischen obskur und seriös, zwischen richtig und falsch, aber schon die Bedingungen, unter denen ein Sachverhalt untersucht wird, sind subjektiv gewählt, unterliegen der »Meinung«, der Ansicht. – In der Tendenz geht das Gejammere der Beiden in Richtung »Bedrohung der Meinungsfreiheit«, denn sie selbst behaupten ja, die »Wahrheit« zu wissen, die anderen sind in ihren Augen doof.

Sie schreiben in ihrem Beitrag:

Homöopathie ist der Glaube daran, dass Stoffe durch Verdünnung mit Wasser immer wirksamer würden, wenn man das Wasser auf die richtige Weise schüttelt.

Maxeiner und Miersch kann ich mir dann schenkelklopfend in der Kneipe hockend vorstellen, wie sie feixen, was das denn für ein Blödsinn sein müsse, »Stoffe verdünnen und schütteln und dann soll es helfen«, hahaha.

Ihr inquisitorisches Bemühen formulieren sie dann so:

Dass bald ganze Universitäten Humbug statt Wissenschaft lehren, müsste eigentlich zu noch größerer Empörung führen.

Und vergleichen diese Wissenschaften mit dem Doktorarbeits-Betrug von Guttenbergs.

Ob die beiden auch gerne bei der Hexenverfolgung mitgemacht hätten? 😦

Dann übersehen sie mit ihrer Bauernschläue, die Stiftungsgeber, die sich für die ihrer Meinung nach dubiosen Wissenschaften einsetzen, sind doch erfolgreiche Menschen, die mit dem was sie machten und dachten viel Anerkennung erhielten. Es handelt sich demnach um kluge und »wissende« Personen. – Insofern ist ihr Engagement für bestimmte Bereiche, die sie für förderungswürdig erachten, anzuerkennen, statt diese Unternehmungen zu verhöhnen, wie es diese beiden Max-und-Moritze machen.